Kein Weg zu weit – Almaz Böhm

Die Ehefrau von Karlheinz Böhm erzählt von ihren Kindern, ihrer äthiopischen Heimat, ihrer Herkunftsfamilie und ihrer Arbeit in dem Hilfsprojekt "Menschen für Menschen", das sie eines Tages leiten soll.

keinweg3.jpgAlmaz Teshome ist es gewohnt, zwischen verschiedenen Welten zu pendeln, sie erlebte von Anfang an die Gegensätze zwischen Stadt und Land, Arm und Reich, Männern und Frauen, Christen und Muslimen. Als Kind und Jugendliche musste sie mit ihren sieben Geschwistern und den Eltern vor dem Ogadenkrieg aus ihrer Heimatstadt Jijiga nach Addis Abeba fliehen. Ihr Vater, unter Haile Selassie ein hoher Beamter, fiel nach dem Sturz in Ungnade, sodass sie sich den Weg zur Universität hart erkämpfen musste. Sie studierte am Agricultural College in Awassa und wurde im Anschluss Abteilungsleiterin der Viehzucht im Projektgebiet Erer der Stiftung »Menschen für Menschen«. Als einzige (christliche) Frau musste sie den muslimischen Nomaden neue Viehzuchtmethoden nahebringen. Ein anfangs praktisch aussichtsloses Unterfangen. Wer allerdings stets an die 23-Jährige glaubte, war der 36 Jahre ältere Karlheinz Böhm, in den sie sich bald verliebte. 1990 wurde der gemeinsame Sohn Nicolas geboren, im Jahr darauf heiratete das Paar in Graz. Zwei Jahre später kam die Tochter Aida zur Welt. Heute ist Almaz Böhm die stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats von »Menschen für Menschen«, deren besonderer Einsatz der Alphabetisierung und Bildung gilt. Unermüdlich pendelt sie zwischen Europa und Afrika, um den Kindern Äthiopiens ein besseres Leben in einer gerechteren Welt zu ermöglichen. Wer den Weg dieser außergewöhnlich mutigen und starken Frau verfolgt, kann nicht umhin, sie zu bewundern. Und daran zu glauben, dass sie es schaffen wird, ihren Traum von einer besseren Welt zu erfüllen.