Landesbühne – Siegfried Lenz

Rätselhafte Dinge geschehen im Gefängnis Isenbüttel. Während einer Theateraufführung verlassen Häftlinge ungehindert das Gelände. Und kurz darauf feiert ein idyllisches Städtchen talentierte Schauspieler - die gar keine sind. Mit dem Hereinbrechen der Kunst und angetrieben von Gefühl, Leidenschaft und Phantasie entdeckt ein ganzes Gemeinwesen seine Möglichkeiten zu Größerem.

landesbuhne.jpgEines Tages fährt der Bus der Landsbühne auf den Gefängnishof von Isenbüttel. Für den inhaftierten Ich-Erzähler, einen Germanistikprofessor und Sturm-und-Drang-Experten, beginnt mit der Ankunft der Theatertruppe eine Reise in absurde Welten. Ohne Gegenwehr verlässt er mit seinem Zellengenossen Hannes und einigen Mitgefangenen im Wanderbühnenbus die Haftanstalt. Im Nachbarort knüpfen beide beim “Nelkenfest” fruchtbare Kontakte. Hannes wird Leiter eines Ortsmuseums, der Professor hält Vorträge in der Volkshochschule. Die Vergangenheit des Germanisten kommt zu Besuch, der Gefängnisdirektor wünscht alles Gute. Und dann ist der Ausflug ins scheinbar wirkliche, tatsächlich aber eben nur scheinbare Leben ebenso schnell und unvermittelt zu Ende, wie er begonnen hat. Der schauspielernde Häftlingstrupp kehrt nach Isenbüttel zurück. Die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit wird durch die Gefängnismauern wieder klar gezogen.