“Du stirbst nicht” – Kathrin Schmidt

"Du stirbst nicht" ist die Geschichte von Helene Wesendahl, die nach einer Hirnblutung im Krankenhaus erwacht. Die Frau erlebt ihren Körper und sich selbst als fremd. Sie erkennt sich selbst kaum wieder und kämpft sich dennoch zurück ins Leben. Dabei entdeckt sie, dass sie den Mann, der sie jetzt so eifrig pflegt, eigentlich verlassen wollte.

dustirbstnicht.jpgDer Roman erzählt über weite Strecken Kathrin Schmidts eigene Geschichte. “Du stirbst nicht”, sagte ihr Mann zu ihr, nachdem sie auf ihrem Balkon in Berlin einfach umgefallen war. Zwei Wochen lang lag sie im Koma, dann wachte sie auf: die rechte Körperhälfte gelähmt, außerdem unfähig zu sprechen und sich zu erinnern. Die Augen konnte sie nur mit Mühe öffnen. Schrittchen für Schrittchen fand sie ins Leben zurück. Sie verwechselte Wörter, sagte zum Buch Zeitung, zum Tisch Stuhl. Und obwohl sie seit bereits sieben Jahren kämpft, ist sie nicht mehr die Kathrin Schmidt von damals. “Früher”, sagt sie, “hingen die Wörter an einer langen Leine mit Klammern. Ich brauchte nur daran entlangzugehen und das passende abzupflücken. Das ist nicht mehr so. Jetzt muss ich richtig suchen nach den Wörtern.”