Arbeiterbewegung, Kommune und Howaldtswerke

bildbandDieses Buch beschreibt in vier Zeitabläufen den rasanten Wandel des bäuerlich geprägten Dietrichsdorf und des Mühlen- und Handwerkerstandorts Neumühlen zur gemeinsam prosperierenden industriellen Vorortgemeinde im Weichbild der nahen Metropole Kiel. Dies war in erster Linie Folge der mächtigen Expansion der hier seit 1876 angesiedelten Howaldtswerke. Dieser industrielle Schiffbaubetrieb prägte nachhaltig nicht nur die Ortsentwicklung, sondern auch den Lebensalltag der hiesigen Anwohnerschaft. Der Kampf um eine gerechtere Gesellschaft bedeutete, dass neben Kiel und Gaarden in Neumühlen-Dietrichsdorf schon bald eine weitere Hochburg der Arbeiterbewegung entstand.
Ausführlich wird dabei auf die Lebensbedingungen vor Ort während des Ersten Weltkriegs eingegangen. Der wirtschaftliche Niedergang Anfang der 20er Jahre führte dazu, dass die sozialdemokratischen Gemeindevertreter im Konflikt mit deren bürgerlichen und kommunistischen Kollegen, ja sogar mit der Bevölkerungsmehrheit, dafür sorgten, dass Neumühlen-Dietrichsdorf 1924 nach Kiel eingemeindet wurde.

Das Buch finden Sie mit der Signatur SH 785 Kie M90 968 878 3 und SH 785 Kie M90 968 879 5

in der Stadtteilbücherei Neumühlen-Dietrichsdorf.

Über den Autor:

Sönke Petersen geb. 1940 in Hamburg, wohnt seit 1966 im Kieler Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf. Er übte über die Jahre vor Ort verschiedenste Ehrenämter aus. So bekleidete er u.a. von 1982 bis 2003 in der dortigen Stadtteilvertretung das Amt des Ortsbeiratsvorsitzenden. Seit 2003 trug er als Vorsitzender eines, von ihm mitgegründeten Fördervereins dazu bei, dass die ehemalige Metallgießerei der Howaldtswerke mit Hilfe von Fördermitteln saniert und zu einem Museum hergerichtet wurde. Ehrenamtlich leitet er seit 2007 den Betrieb des “Industriemuseums Howaldtsche Metallgießerei”. Über die Jahrzehnte wird von ihm die Orts- und Arbeitergeschichte des Stadtteils und der Region erforscht. Er hat in verschiedensten Veröffentlichungen zahlreiche regionalgeschichtliche Aufsätze verfasst und war Mitautor von mehreren historischen Büchern. Ferner vermittelt er auf Stadtteilführungen sein Geschichtswissen einem interessierten Publikum. Sönke Petersen ist Träger des Bundesverdienstkreuzes.
Seit langer Zeit gab es immer wieder Nachfragen nach einer Historienbeschreibung über Neumühlen-Dietrichsdorf. Aber der Ort kommt in der veröffentlichten Geschichtsschreibung, wenn überhaupt, nur am Rande vor. Zwar gab es in den Jahren mehrere Bücher über die hier einst ansässigen Howaldtswerke, aber diese betreffen naheliegend in erster Linie die Entwicklung der Schiffswerft und kaum das Geschehen im Ort mit seinen handelnden Personen.
Von daher reifte bei P. das Vorhaben, sein erworbenes Wissen über die spannende Zeit des Umbruchs vom beschaulichen Dorf zur prosperierenden Industrievorortgemeinde im Weichbild der Metropole Kiel, in einer Veröffentlichung einem breiteren Interessentenkreis zugänglich zu machen. Sein Buch beschreibt in vier Zeitabläufen chronikartig das Geschehen vom Ende der “Dänenzeit” 1864 bis zur Eingemeindung nach Kiel im Jahre 1924.